ThüTZ -Thüringer Trauma Netzwerk

Lehrangebot | Seminare der ThüTZ

Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung 2015-2017

(nach den Richtlinien der DeGPT und BAG Traumapädagogik)

2015-2017

Achtung: Veranstaltung ausgebucht!

Zulassungsvoraussetzungen

Hochschul- und FachhochschulabsolventInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z. B. Psychologische Psychotherapeuten, KJP, Dipl.-PsychologInnen und ÄrztInnen ohne psychotherapeutische Approbation, Dipl.-PädagogInnen, Dipl.-SozialarbeiterInnen und Dipl.-SozialpädagogInnen,Dipl.-HeilpädagogInnen, BeratungslehrerInnen, Dipl.-TheologInnen, Dipl.-SoziologInnen, oder analoge Abschlüsse (BA, MA), oder abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschulen) sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen). Gefordert ist des Weiteren eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen.

Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger / Dr. Birgit Angrick - Modul 1: Theoretische Grundlagen (Einführung in die Psychotraumatologie/Pädagogik, Beratung, Therapie, 24 UE)

Konzepte der Traumazentrierten Fachberatung: Berufspolitischer Hintergrund, Möglichkeiten und Grenzen von Tramapädagogik, traumazentrierter Fachberatung und traumazentrierter Psychotherapie; Abgrenzung dieser drei Bereich voneinander und anderen traumazentrierten Hilfen

Einführung in die Traumapädagogik : Geschichtliche Einführung; traumabezogenes Verhalten und daraus resultierende Alltagsphänomene; Nutzwert traumapädagogischer Ansätze im päd. Alltag; professionelle Handlungsstrategien; strukturelle Voraussetzungen; die pädagogische Triade Klient/Institution/Fachkraft

Begriff psychischer Traumatisierung: Geschichte des Traumakonzeptes; Traumadefinitionen nach ICD-10 und DSM-IV; primäre, sekundäre, tertiäre Traumata; singuläre vs. komplexe Traumata; akute vs. chronifizierte Traumata; spezifische Traumatisierungen wie Folter, sexuelle Gewalt, erzwungene Migration

Prozess psychischer Traumatisierung: Traumaverarbeitung im zeitlichen Längsschnitt (einschl. Schutz- und Risikofaktoren zur Unterstützung/Behinderung natürlicher Verarbeitungsprozesse)

Akute und chronische Folgen psychischer Traumatisierung (einschl. somatischer Auswirkungen)

Varianten psychotraumatischer Syndrome: Spektrum der Traumafolgeerkrankungen einschließlich Komorbiditäten; Epidemiologie; dissoziative Störungen

Physiologie psychischer Traumatisierung: Besonderheiten des Traumagedächtnisses; neurobiologische, neurophysiologische, neuroendokrinologische und neuroanatomische Aspekte

Kindheitstraumata: Folgen psychischer, speziell interpersoneller Traumatisierungen im Kindesalter; Überblick zu diagnostischen Möglichkeiten

Institutionelle Bedingungen traumaspezifischer Arbeit: z. B. Strukturen, Übergaberegeln, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, Krisenmanagement, Kooperationen

Phasen-Modell traumazentrierter Beratung und Therapie (Überblick):
z. B. 1. Stabilisierungsphase, 2. Phase der Traumabearbeitung/-verarbeitung, 3. Integrationsphase

Aufbau der fachlichen Arbeit in Pädagogik, Beratung und Therapie:

1. Beziehungsaufbau und -gestaltung unter besonderer Berücksichtigung

1. traumaspezifischer Beziehungsdynamiken

2. Traumaspezifische Anamnese (einschl. Ressourcenerhebung)

3. Traumaspezifische Diagnostik (Probleme der Diagnostik; Überblick zu

4. Diagnostikverfahren; spezielle Möglichkeiten der Erfassung psychotraumatischer

5. Beeinträchtigungen für Berufsgruppen in pädagogischen und

6. beraterischen Kontexten)

7. 4. Prozessplanung (bei akuter, singulärer und komplexer Traumatisierung) unter

8. besonderer Berücksichtigung der Triade Klient/Institution/Fachkraft

9. 5. Selbstwahrnehmung - Selbstkontrolle - Selbstwirksamkeit als pädagogisches

10. Grundprinzip der Förderplanung und Resilienzentwicklung

Basisstrategien traumazentrierter Beratung und Therapie bei akuten und komplexen Traumatisierungen

Überblick zu traumaspezifischen Behandlungsverfahren

u. a. Adaptierte verhaltenstherapeutische und psychodynamische Verfahren der Traumatherapie;

EMDR; Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken; Dialektisch-Behaviorale

Therapie und Pharmakotherapie

Selbstfürsorge: Belastungsanalyse und Strategien der Entlastung

Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger/Yvonne Bierbrauer - Modul 2: Stabilisierung (32 UE)

Ebenen der Stabilisierung: körperlich, sozial, psychisch

1. Körperliche Stabilisierung: Basale Selbstfürsorge; Verbesserung, Verfeinerung der Sinneswahrnehmungen; einfache Entspannungstechniken; Techniken zur Körpersynchronisation und -integration

2. Soziale Stabilisierung: Schaffung einer sicheren Umgebung; Unterbrechung von Täterkontakt; Möglichkeiten finanzieller Unterstützung; Mobilisierung sozialer Ressourcen; Netzwerkarbeit; relevante juristische Bestimmungen im Zusammenhang psychischer Traumatisierung und landesspezifische Opferschutz-Gesetze

3. Psychische Stabilisierung und Affektregulation: A) Grundwissen zu: 1. Kognitiven Techniken, 2. imaginativ-hypnotherapeutischen Techniken und 3. DBT-Techniken.

B) Vertiefung (mit praktischer Einübung): Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken mit Basisübungen zur Visualisierung und Externalisierung; Distanzierungs- und Kontrolltechniken; Selbstberuhigungs- und Selbsttröstungstechniken; Screentechnik zur Verstärkung und Verankerung real erlebter positiver Zustände

Voraussetzungen und Möglichkeiten interaktioneller Elemente der

Stabilisierung:

Erkennen und Reflexion eigener emotionaler Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung traumaspezifischer Beziehungsdynamiken. Traumaspezifische Kriseninterventionen bei dissoziativen Zuständen, Angst- und Verzweiflungszuständen, selbstschädigendem und suizidalem Verhalten; Möglichkeiten und Indikationen zur Weiterverweisung

Yvonne Bierbrauer - Modul 3: Traumaverarbeitung und Integration in Beratungskontexten (8 UE)

Unterschiede der Traumaarbeit in Psychotherapie und Beratung einschl. Möglichkeiten und Grenzen psychotraumatologischer Beratungsprozesse und Indikationen für Weiterverweisung

Unterstützung/Begleitung natürlicher bzw. spontaner Traumaverarbeitungsprozesse: Distanzierungs- und Explikationstechniken; sozialarbeiterische und sozialpädagogische Interventionsstrategien

Begleitung im Prozess der Integration und Neuorientierung: Trauern und Abschiednehmen, Sinnfragen, Erwerb neuer Fertigkeiten

Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger / Yvonne Bierbrauer - Modul 4: Praxis und Reflexion (32 UE)

Themenzentrierte Selbsterfahrung

Körperorientierte Übungen

Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biografie und Gegenwart

Einüben traumazentrierter Grundhaltungen und Beziehungsgestaltungen in Pädagogik und Beratung

Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger / Yvonne Bierbrauer - Supervision (24 UE)

Praxisbezogene Supervision mit Fallvorstellungen (jeder Teilnehmer legt drei Fälle zur Supervision vor einschl. Videodokumentation, davon ein Fall mit drei Videosequenzen)

Intervisionsgruppenarbeit zur Vertiefung und Festigung der Lehrinhalte (16 UE)

Es findet eine Einführung in die Intervisionsgruppenarbeit durch eine Dozentin statt.

Abschlusskolloquium (8 UE)

Kollegiales Gespräch in Einzel- oder Gruppenform, das inhaltlich an drei Behandlungsfällen des jeweiligen Kandidaten orientiert ist.

Konkret sind zu erbringen: drei schriftliche supervidierte Fallarbeiten(nach vorgegebenem Schema), davon mindestens ein Fall videodokumentiert über mehrere Sitzungen. Zusätzlich sind Genogramme, Notfallkoffer und Glückstagebuch zu erarbeiten.

Gesamtstunden: 144 UE

Dozententeam

Dipl.-Soz.Arb., Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger

Psychologische Psychotherapeutin, Tiefenpsychologie als Einzel- und Gruppentherapie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Hypno-Therapeutin, Übende Verfahren, eigene Niederlassung, Traumatherapeutin DIPT und DeGPT, Suchttherapeutin GSM, Lehrtherapeutin und -supervisorin an der Akademie für Psychotherapie Erfurt, EMDR-Supervisorin für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, EMDR-Facilitatorin, Gründerin des ThüTZ

Dr. med. Birgit Angrick

Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie,

Fachärztin und ärztliche Psychotherapeutin in eigener Niederlassung, Tiefenpsychologie in Einzeltherapie, Ausbildungen in hypnotherapeutischen und übenden Verfahren und EMDR, jahrelange klinische und sozialpsychiatrische Tätigkeit, fachärztliche Gutachterin, ehemaliges Vorstandsmitglied der Thüringer Gesellschaft für Psychiatrie, Neurologie, KJP"

Yvonne Bierbrauer

Heilpädagogin, Zusatzqualifikation Traumafachberatung/-pädagogik, Grundschullehrerin, Erzieherin, Systemische Familientherapeutin (DGSF), Tätigkeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, Supervisiorin; Coaching, Organisationsberatung (DGSF)

Monika Jung (Dozentenassistenz)

Heilerzieherin, Heilpädagogin, Zusatzqualifikation Traumafachberatung/-pädagogik, in Ausbildung: Familienberaterin

Veranstalter

ThüTZ

Thüringer Trauma Netzwerk - Internationales Zentrum für Integrative Traumaarbeit

Ziegenplan 12

98530 Rohr

Tel.: 036844 30833

Fax: 036844 30834

Internet: www.thuetz.de

Ansprechpartner / Anmeldung

Büro Elke Preißler

Tel.: 03681 460081

Fax: 03681 460006

Mail: preissler-suhl@t-online.de

Anmeldung

Die verbindliche Anmeldung ist schriftlich vorzunehmen. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Einganges berücksichtigt. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Ansprechpartner für die Anmeldung und Organisation ist ausschließlich Frau Preißler.

Die Kursgebühr ist mit der Anmeldung zu überweisen. Eine Ratenzahlung ist auf Anfrage möglich. Wird die Anmeldung bis sechs Wochen vor Veranstaltungsbeginn storniert, werden die bereits gezahlten Kursgebühren abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 50 € erstattet. Erfolgt der Rücktritt später, kann eine Kostenerstattung nur erfolgen, wenn der Teilnehmer selbst nachweislich einen Ersatzteilnehmer wirbt.

Das Zertifikat kann nur an diejenigen Teilnehmer ausgehändigt werden, die alle Bestandteile des Curriculums absolviert haben. Teilabschlüsse von kooperierenden Instituten können anerkannt werden. Die Anerkennung wird im Einzelfall entschieden. Jedoch muss der überwiegende Teil des Curriculums während der Fortbildung des ThüTZ absolviert worden sein. Für die Anmeldung verwenden Sie bitte unser Anmeldeformular. Weiterhin bitten wir um Zusendung eines Kurzlebenslaufes und eines Nachweises Ihrer Qualifikation (siehe Zulassungsvoraussetzungen).

Teilnehmerzahl

max. 15 Teilnehmer

Achtung: Veranstaltung ausgebucht!

Kosten

Die Kosten für den Gesamtkurs betragen 2.250,00 €.

Auf Anfrage kann eine Ratenzahlung gewährt werden.

Im Preis enthalten sind die Seminarhandouts und eine kleine Pausenverpflegung.

Bankverbindung für Überweisung der Kursgebühren

Genobank
IBAN: DE04 7906 9165 0001 1746 14
BIC: GENODEF1MLV
Kontoinhaber: Gabriele Kluwe-Schleberger
Verwendungszweck: Name des Teilnehmers, Traumafachberaterkurs

Kursort

Winterschule Rohr an der Michaeliskirche
98530 Rohr Linde 4
(oder andere Räumlichkeit im Ort Rohr)

Informationen zur Anfahrt und zu Übernachtungsmöglichkeiten erhalten Sie bei Anmeldung.

Termine 2015

22.-24.10.2015
Die Termine 2016/2017 werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Zeiten

donnerstags 14.00 - 19.30 Uhr|
freitags 09.00 - 18.15 Uhr
samstags 09.00 - 16.30 Uhr

Supervisionen

Die Supervisionen sind Gruppensupervisionen mit max. neun Teilnehmern pro Gruppe.

Auf Wunsch sind Einzel- oder Zweiersupervisionen möglich, jedoch werden hierfür zusätzliche Gebühren erhoben.

Aktuelle Lehrangebote

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realisierung: hypertexxt
Stand: 19.07.17