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Was ist Trauma

Was ist Trauma?

Ein traumatisierendes Ereignis greift die Psyche an und bedroht bzw. verletzt ihre Integrität. Solche traumatisierenden Ereignisse können z. B. schwere Unfälle, Brand- oder Unwetterkatastrophen, Gewalt in der Familie, sexuelle Gewalt, schlimme Erfahrungen wie Überfälle und Geißelnahmen, Kriegs- oder Terrorerlebnisse usw. sein.

Ein Trauma kann die Biographie des Betroffenen nachhaltig beeinflussen. Wenn nicht schnell und effektiv interveniert wird, kann es zu einer Persönlichkeitsveränderung oder einer somatischen Krankheit kommen. Die American Psychiatric Association (APA) definierte 1996 Psychotrauma dadurch, dass eine Person mit einem oder mehreren Ereignissen konfrontiert ist, sie erlebte oder beobachtete, die einen tatsächlichen oder drohenden Tod oder eine ernsthafte Verletzung oder eine Gefahr der körperlichen Unversehrtheit der eigenen Person oder anderer Personen beinhaltete. Die Reaktion der Betroffenen umfasste intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen.

Prof. Dr. med. Günter H. Seidler definiert Psychotrauma u. a. als „eine seelische Wunde, die auf ein traumatisierendes Ereignis (oder deren mehrere) zurückgeht, bei dem im Zustand von extremer Angst und Hilflosigkeit die Verarbeitungsmöglichkeiten des Individuums überfordert waren“.

Etwa 75 Prozent der Bevölkerung widerfahren im Lauf des Lebens kritische Lebensereignisse oder traumatische Erfahrungen. Bei rund 25 Prozent dieser Betroffenen treten in der Folge Störungen verschiedener Art bis zur PTBS (Post-Traumatic Stress Disorder = Posttraumatische Belastungsstörung) auf.

Die PTSD ist eine im medizinischen Bereich anerkannte psychische Krankheit, die durch ein belastendes oder traumatisches Ereignis hervorgerufen wird. Eine Posttraumatische Belastungsstörung zeigt sich in drei Symptomgruppen: sich aufdrängendes Wiedererinnern, erhöhte Erregbarkeit sowie Abstumpfung/Rückzug/Vermeidung.

Symptome und Folgen einer Posttraumatischen Belastungsstörung können u. a. Flashbacks, Alpträume, Panikattacken, Zwanghaftes Erinnern, Depressionen, Vermeidungsreaktionen, emotionale Empfindungslosigkeit, Alkohol-, Drogen-, Medikamenten-missbrauch, Dissoziationen, Herzrasen, Beklemmungen, Schlafstörungen, chronische Schmerzen sein.

Nach einem Trauma reagieren die meisten Menschen mit solchen Symptomen. Halten diese Symptome länger als einen Monat an, kann es sich kann sich eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Viele Menschen quälen sich noch Jahre oder gar Jahrzehnte nach dem erlebten traumatischen Ereignis mit dessen Folgen.

Zur Verarbeitung solcher Erfahrungen kommen daher der Krisenintervention und einer qualifizierten Traumatherapie eine besondere Bedeutung zu.

In der Krisenintervention werden durch den Traumatherapeuten oder Traumafachberater die Ressourcen des Patienten gestärkt.

In der Traumatherapie hat sich neben der kognitiven Verhaltenstherapie und imaginativen Verfahren in den vergangenen Jahren besonders die EMDR-Methode sehr bewährt. Die Abkürzung EMDR steht für „Eye movement desensitization and reprocessing“. Diese Technik beruht auf der Desensibilisierung und Neuverarbeitung durch Augenbewegungen und wurde durch Dr. Francine Shapiro entwickelt.

Die durch Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger entwickelte Neurolaterale Imaginative Traumatherapie (NLITT) vereinigt die Vorzüge der bilateralen Stimulierung einerseits und der imaginativen Techniken andererseits. Sie stützt sich dabei auf die aktuellen Erkenntnisse der Hirnforschung, wonach Vertrauen das „Gegengift“ gegen Angst ist. Vertrauen besetzt die gleichen Hirnareale wie Angst und „fährt sie runter" (Gerald Hüther). Ziel der NLITT ist also eine schnelle und gezielt Entlastung bei Hochstresslagen sowie die Befreiung von Angst durch Vertrauensbildung und Ressourcenstärkung. Gestärkt werden sollen in erster Linie die salutogenetischen Fähigkeiten des Organismus.

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Stand: 19.07.17